(Un-) Geschickt?!

Vorweg: Dies war ein Text mit dem ich mir sehr schwer tat, was sich auch nach wie vor in meinen Gedankengängen und Begriffen aus dem Werk wiederfindet. Es dauerte eine Weile, bis ich mich auf die Art und Weise wie Heidegger seine Gedanken mitteilt, eingelassen hatte. Aus diesem Problem heraus wird dieser Text mehr eine persönliche Replik auf die Rezeption des Textes selber sein und wie sich dessen Bedeutung für mich entwickelte, als ein sachliches Eingehen auf die Ideen von Heidegger.

Heidegger nutzt Sprache sehr unkonventionel. Er führt neue Begriffe ein oder verwendet bekannte Begriffe in einem neuen oder veränderten Kontext und lockert bzw. bricht damit diese auf. Dies ermöglicht das Neu-denken von Zusammenhängen und festgefahrene Strukturen von Sprache und Konzepten. Zusammen mit dem stetigen Wiederholen bestimmter Aussagen wird einem dies sogar regelrecht aufgezwungen. Genau dieser Zwang fordert einen erheblichen zeitlichen und denkerischen Aufwand ein, was dazu führt, dass Heideggers Ideen im Kopf bleiben und wirken, und zwar aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus.

Dies hat aber auch einige Kehrseiten: der Text hat „weh“ getan, er war anstrengend und hat es bis jetzt noch nicht geschafft, ein klares Bild in meinem Kopf zu entwickeln, oder ein sicheres Gefühl dazu. Heideggers Gedanken sind oftmals nicht eindeutig oder verständlich, da sprachlich sehr eigen. Man muss sich in seine Sprachwelt hineinversetzen was einem das Interpretieren sehr schwer macht; und dadurch auch die Kritik. Vieles findet auf einer sehr abstrakten Ebene statt was eine intensive Beschäftigung mit den Begriffen und der Denkweise von Heidegger benötigt.

Dabei führt er einem in eine neue Welt, und das an sich ist schon interessant. Besonders der Begriff des Wesens, einer zentralen Idee im Existenzialismus, bietet kontroversielle Betrachtungen. Wer deutet darüber? Gibt es „das Wesen“? Warum braucht es etwas Objektives, Wesentliches? Was sagen uns diese Versuche einer absoluten Zuschreibung von Wirklichkeit über uns als Menschen? Sagt dies nicht oftmals mehr über das Subjekt als über das Objekt aus? Doch nichts desto trotz: die objektive Wirklichkeit scheint es da draußen für uns alle zu geben, und wieviel davon wir wahrnehmen und verstehen können ist eine Frage die man sich stetig stellen muss.

So stehen nach Heidegger viele Fragen im Raum, etwas das ihm sehr wichtig war. Wichtiger als leicht zu lesen zu sein oder sich anzupassen.

Literaturverzeichnis

Heidegger, Martin: Die Technik und die Kehre, 1962. Verlag Günther Neske Pfullingen

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